Erft-Kreis-Autoren lasen im FuNTASTIK

Trotz spät-hochsommerlicher Temperaturen waren am Samstag, den 10.09.2016 ca. 25 interessierte Zuhörer in das FuNTASTIK in der Meissener Straße gekommen, um den Literaturherbst zu genießen.

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Fotos: Irina Mertens. Mehr Fotos vom Event hier!

Die freie Schriftstellerin Margit Hähner aus Köln, studierte Germanistin und Theologin, begann mit leichter Kost, was bereits die auf ihrer Homepage zitierten von ihr veröffentlichten Romane vermuten ließen (Zwei Männer sind keiner zu viel und Kein Mann ohne Risiko).

Für ihren Vortrag hatte sie jedoch aus PUR, der Bar-Anthologie (Hrsg. P. Neumann), München 2001 (Droemer-Knaur) Szenen aus Summer Breeze ausgewählt, was ausgezeichnet in den Sommerabend passte. Die von ihr beschriebenen Szenen erzählten von einer schönen und selbstbewussten Dame, die in einer Bar am Meer sitzt und von einem Mann angeflirtet wird. Dabei lässt sie die Zuhörer sowohl an der Gedankenwelt der jungen Dame als auch ihres Bewunderers und des ebenfalls interessierten Barkeepers teilnehmen, was sich als sehr unterhaltsam und witzig erwies. Das Kopfkino war somit auch bei den Zuhörern eingeschaltet.

Prof. Dr. Gynter Mödder, Arzt, Wissenschaftler und Schriftsteller aus Köln, wohnhaft in Glessen, übernahm den zweiten Vortrag. Dass er den Tod zum Thema machen wollte, konnte die Zuhörer nur kurzfristig erschrecken, denn sehr bald war zu erkennen, dass es sich bei Professor Mödder um einen Satiriker handelt, der den Tod eher auf die Schippe nahm, allerdings mit einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik.

Die zu Gehör gebrachten Passagen aus seinem Buch Gullivers fünfte Reise und die Tyrannei der Alten klangen im ersten Augenblick makaber, jedoch amüsierten sie die Zuhörer auf das Feinste. Bei dem Besuch der Protagonisten Gulliver, Munodi und Dr. Sago in einem Beerdigungsinstitut ergaben sich die skurrilsten Szenen und Missverständnisse. Die übereifrige Bedienung möchte unbedingt ein Sargmodell verkaufen, notfalls auch ein Second-Hand oder „Second-Body Modell“, während am Ende nur der Kauf von längst verwelkten Blumengebinden infrage kam. Die Enttäuschung der wunderbar freakig beschriebenen Verkäuferin wird offenbar. Sie holt zu ihrem letzten Argument aus: „Jeder braucht einen Sarg! Irgendwann… “ und weiter: „Ach der Job macht gar keinen Spaß mehr. Keiner will mehr sterben… “. Hinter dem turbulenten Dialog mit teils ziemlich deftigem Vokabular verbirgt sich ein gesellschaftskritischer Ansatz. Wenn auch mit witzigen Formulierungen, so werden der Umgang mit dem Tod und sich daraus ergebende Geschäftsmodelle angeprangert und in einem anschließenden Kapitel den aufwendigen Bestattungsritualen für Haustiere gegenüber gestellt. Wer mehr erfahren möchte, sollte unbedingt die ganze Geschichte lesen.

Den dritten Part bestritt Andreas Schnabel aus Pulheim, ein besonders vielseitiger Literat, der nicht nur als freier Autor sondern auch als Ghostwriter und Briefträger tätig ist. Er ist außerdem ausgebildeter Rettungsassistent und Hauptbrandmeister und arbeitete in den unterschiedlichsten Sparten: u.a. als Taxifahrer, Rundfunkreporter, RTL-Sportredakteur, TV-Producer, Filmproduzent, Event & TV-Regisseur und Theater-Autor.

Seine Krimis spielen auf der Insel Mallorca, wo er auch ein kleines Domizil besitzt und mehrere Monate im Jahr verbringt. Deshalb sind ihm Land und Leute sehr vertraut und die Geschichten enthalten eine Menge Lokalkolorit. Andreas Schnabel las Szenen aus Tod unter Pinien. Der Residente Cristobal García Vidal und Kriminalkommissarin Angela Bischof hatten es mit sehr mysteriösen Fällen zu tun. Ein Mann, der niemals unter Blutzucker litt, war an Diabetes gestorben, ein zweiter war von einer australischen Trichterspinne gestochen worden und ein dritter verstand nach einem traumatischen Erlebnis plötzlich Mallorquin.

Zum Schluss stellten sich die Literaten noch den Fragen der sehr interessierten Zuhörer. Dabei wurden noch einige Bücher verkauft. Professor Mödder überreichte eine großzügige Bücherspende an die Kulturkreisler.

Die Vertreter des Autorenkreises Rhein-Erft sowie Dr. Rainald Hahn vom Förderverein der Stadtbibliothek Bergheim und die Kulturkreisler freuten sich über einen gelungenen Abend und die Zuhörer machten sich ‚Fröhlichen Herzens’ (Originalton Eva Fielitz) auf den Heimweg.

Für den SüdWestwind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer

Autorenlesung im FuNTASTIK

Bekanntlich macht sich der SüdWestWind mit seiner KulturWind-Reihe besonders stark für die Liebe zum gesprochenen und vorgetragenen Wort. Das entspricht – speziell für benachteiligte Stadtteile – unserem selbst gesteckten Ziel und auch unserer Überzeugung. Deshalb haben wir das Angebot des Autorenkreises Rhein-Erft in Kooperation mit dem Förderverein der Stadtbibliothek Bergheim sehr gerne angenommen, eine gemeinsame Autorenlesung zu veranstalten und damit die Wichtigkeit von Sprache wieder einmal in den Fokus zu rücken.

Die ausgewählten Autoren werden sicherlich abwechslungsreiche Stunden bereiten. Das Thema ist jedenfalls vielversprechend. Es geht um „FunTASTIsche Aufbrüche und Aussteiger.“

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Andreas Schnabel hat sich auf das Genre ‚Krimi’ festgelegt, während Margit Hähner aus ihren Gesellschaftsromanen lesen wird. Nicht zuletzt wird Gynter Mödder Sie mit Satire erfreuen.

Wir hoffen, dass wir Sie neugierig machen konnten und laden Sie hiermit sehr herzlich zu unserer 29. KulturWind-Veranstaltung in das FuNTASTIK in der Meissener Straße 7 ein.

Termin: Samstag, 10.09.
Dauer: 17:00 – 19:00h
Einlass: 16:30h
Eintritt: € 5,00

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler:
Ursula Schlößer

Musikprogramm war am Samstag wieder mal beim Kulturwind angesagt – und keine leisen Töne. Green Garage – Die Cover Band aus dem Rhein-Erft-Kreis hatte ihr Versprechen vom letzten Jahr eingelöst und kam wieder zu uns. Und sie brachte als Support – ganz ganz früher sagte man dazu „Vorband“ – die Gruppe Die Heiopeis mit. Und da Green Garage nun wirklich keine Unterstützung braucht und die Heiopeis auch nicht wie Leichtmatrosen auftraten, ergänzten sich diese beiden sehr unterschiedlichen Bands zu einem beeindruckenden Kontrastprogramm. Doch eins nach dem anderen.

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Der Veranstaltungstag begann im FuNTASTIK wie immer. Zunächst musste der Saal leer geräumt und für den Auftritt vorbereitet werden.

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Dann rückten die Bands an, schleppten ihr ganzes Equipment rein und bauten auf. Und das ist wirklich nicht wenig, was die so alles mitbringen an Instrumenten und Technik. Soundcheck, Licht auch in Ordnung, Aufräumen und kurze Pause vor dem Auftritt.

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Den Anfang machten die Heiopeis. Man kann das nicht gerade als ein „Vorglühen des Publikums“ bezeichnen, was da an Urgewalt und Lautstärke geboten wurde. Die Besucher fanden es toll, auch wenn gerne ein wenig mehr Leute hätten kommen können. Doch die Konkurrenz der am selben Abend in Bedburg stattfindenden Musikmeile machte sich schon bemerkbar. Aber die wahren Fans unserer Bands bissen die Zähne aufeinander, knurrten „wer zum Teufel ist Milow?“ und kamen ins FuNTASTIK. Danke an unsere Gäste!

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Kurze Umbaupause auf der Bühne, dann kamen sie und legten los, wie man es von ihnen kennt: Green Garage.

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Toller Sound von den Instrumentalisten, super Stimmen – natürlich ganz besonders die von Rachel. Wie immer brachten sie viele Hits so, dass man die Originale zwar erkannte, aber nie vermisste. Nachdem ein Drummer aufgearbeitet war, musste der nächste ran, der aber wahrlich keine zweite Wahl war. Bumm! Licht aus. Strom weg. Ein Kurzschluss, was bei einer solch energiereichen Band auch nicht überraschte. Wurde schnell behoben und tat dem gelungenen Auftritt keinen Abbruch. Es standen eben Profis auf der Bühne. Danke an Green Garage und an Die Heiopeis. Wiederkommen!

Für den SüdWestWind
Hartmut Fritz

Am Samstag, den 3. September 2016, 19:00 Uhr, legt der SüdWestWind im FuNTASTIK den nächsten Kulturwind auf.

Vor einem Jahr hatten wir erstmalig bei uns green-garage – Die Cover-Band aus dem Rhein-Erft-Kreis begrüßen können, die mit ihrer Musik eine super Stimmung machten. Sie ließen das Versprechen zurück, wieder zu kommen. Und nun ist es soweit und die Vorfreude auf das aktuelle Programm ist natürlich groß.

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green-garage ist eine Coverband mit sehr breit gefächertem Repertoire. Die gecoverten Songs decken die Zeitspanne von den Sechzigern bis heute ab. Das Spektrum der Band reicht von Pink Floyd und Jimi Hendrix über Tom Petty und U2 bis hin zu New Model Army, Red Hot Chili Peppers und den Foo Fighters sowie Paolo Nutini und Melissa Etheridge, um nur einige zu nennen. Es gibt insgesamt drei Gesangsstimmen; die Hauptsängerin Rachel sowie Guido und Kai, die ansonsten Gitarre bzw. Bass spielen. green-garage gibt es mit leicht wechselnder Besetzung seit 2006, sie ist eine echte „Rhein-Erft-Band“, denn die Musiker kommen alle aus Kerpen, Frechen und Bergheim. Geprobt wird in Sindorf.

Und in diesem Jahr gibt es noch eine Zugabe: Als Support kommen zunächst Die Heiopeis auf die Bühne und präsentieren handgemachten Punk-Rock mit Hang zum Indie. Auch diese Gruppe kennt man in Bergheim bereits gut und wir freuen uns auf den Auftritt.

Veranstaltungsort: FuNTASTIK, Meissener Str. 7
Einlass ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos findet man unter: www.green-garage.de

Für den SüdWestWind
Hartmut Fritz

Am Freitag, den 22. Juli 2016, 17:30 Uhr, führt der SüdWestWind seine mittlerweile 27. Kulturwind-Veranstaltung durch: Römer ganz nah… in Bergheim.

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In Kooperation mit dem Museum der Stadt Bergheim BERGHEIMAT wird eine kombinierte Stadt- und Museumsführung angeboten.

Die Teilnehmer werden zunächst zu dem Treffpunkt FuNTASTIK in der Meißener Straße 7 gebeten. Hier am „Stammsitz“ des SüdWestWind beginnt um 17:30 Uhr eine Stadtführung, die am Museum BERGHEIMAT in der Hauptstraße endet. Es schließt sich dann eine Museumsführung an, deren Schwerpunkt die aktuelle Sonderausstellung Römer ganz nah… in Bergheim sein wird. Dies wird eine der letzten Gelegenheiten darstellen, die zu Ende Juli 2016 auslaufende Ausstellung mit sachkundiger Führung wahrzunehmen.

Der finanzielle Beitrag beträgt 5.00 Euro.

Für den SüdWestWind
Hartmut Fritz

„Du bist wie eine Blume…“
Tataren begeisterten im FuNTASTIK

Bis auf den letzten Platz besetzt war das FuNTASTIK beim 26. KulturWind, der am 29.04. stattfand. Ilyas Yambaev, Vorsitzender des Vereins der tatarischen Jugendlichen ARGAMAK, begann das Programm mit einer Einführung in die Eigenheiten seines Volkes, das am Zusammenfluss der Wolga und Kama lebt.

Mit kleinen Anekdoten machte er klar, dass seine Landsleute vielleicht bekannter sind, als es auf den ersten Blick erscheint. Das uns vertraute Fleischgericht ‚Tartar’ steht tatsächlich im Zusammenhang mit dem Reitervolk der Tataren, die – so sagt man – in alter Zeit das rohe Fleisch unter ihren Sätteln weich geritten haben. Ilyas Yambaev nannte auch die Namen einiger Größen aus Sport und Kultur, die hier allgemein bekannt sind, ohne dass man weiß, dass es sich um Tataren handelt. Ein gutes Beispiel dafür ist der verstorbene Rudolf Nurejew, einer der besten Ballett-Tänzer des 20. Jahrhunderts.

Takhir Gataulin vom Industrie- und Handelsministerium der Republik Tatarstan wies auf die wirtschaftliche Bedeutung seines Landes hin, das zu den reichsten Republiken der russischen Föderation gehört, wozu Eröl und Erdgas beitragen. In der gesamten russischen Föderation gibt es außer Wladimir Putin nur einen weiteren Präsidenten. Es handelt sich hier um Rustam Minnichamov aus Tatarstan, worauf man sehr stolz ist.

Ein Video zeigte die touristischen Attraktionen des Landes und ganz besonders seiner Hauptstadt Kasan. Tatarstan ist auch seit Jahrhunderten beispielhaft für das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Christen. Voller Bewunderung sah man das einzigartige architektonische Ensemble aus der alten Festung und dem ältesten Tempel der Stadt, der Maria-Verkündigungs-Kathedrale und den berühmten schiefen Sujumbike-Turm sowie die Kul-Scharif-Moschee, eine der schönsten und größten in Russland. Längst hat die UNESCO ihr den Status ‚Weltkulturerbe’ verliehen.

Entzückt war das Publikum vom künstlerischen Teil des Abends. Die Sopranistin Iliusa Khuzina war gemeinsam mit dem berühmten tatarischen Pianisten und Komponisten Elmir Nizamov eigens aus Kasan angereist. Mit glockenheller Stimme und der virtuosen Begleitung des Pianisten zogen die beiden das Publikum in ihren Bann. Nie zuvor wurde das dem Verein CultureClash gespendete über 100 Jahre alte Nussbaum-Klavier so virtuos bespielt.

Elmir Nizamov ist bekannt als Verfasser zahlreicher Kammermusikstücke, Symphonien, Instrumentalmusik und Choräle für Theateraufführungen und Kinofilme. Unter seinen wichtigsten Kompositionen befinden sich das Musical Altyn Kazan („Goldenes Kazan“) und die legendäre Oper Kara Pulat („Schwarze Kammer“) (Quelle: Biografie des Künstlers www.elmirnizamov.de).

Das 45-minütige Konzert berührte durch die Intensität und Ausstrahlung der vorgetragenen Lieder. Die russische Sprache war kein Hindernis, denn Mimik und Gestik der Künstlerin mit der wundervollen Klavierbegleitung drückten Gefühle perfekt aus, so dass der berühmte Funke auf die Zuhörer übersprang. Außerdem übersetzte Ilyas Yambaev den Inhalt der Musikstücke, die überwiegend von Elmir Nizamov komponiert und getextet waren. Man erfuhr, dass im ersten Titel ein schönes aber armes Mädchen besungen wurde. Gänsehaut-Feeling beschlich die Zuhörer bei dem einzigen Stück in deutscher Sprache ‚Du bist wie eine Blume’. Heine’s Gedicht erfuhr die perfekte Interpretation durch die junge Künstlerin, die sich zart und schön präsentierte. Wie zu erfahren war, entstammt Iliusa Khuzina einer sehr musikalischen Familie. Der Vater war Tanzlehrer, und sie hat ein zweijähriges Studium an der Hochschule für Musik und Tanz in Aachen mit einem Masterzertifikat abgeschlossen. Der Text zum letzten Liedvortrag entstammte der Feder des tatarischen Dichters Gabdulla Tukai. Es wurde in Tatarisch gesungen und besagt, dass die eigene Muttersprache die schönste Sprache der Welt ist.

Den angekündigten interaktiven Back-Workshop hatte die Organisatorin Daniya Hoffmann perfekt vorbereitet. Sie machte das Publikum mit der Spezialität Etschpotschmak bekannt. Das Publikum ließ es sich nicht nehmen, beim Ausrollen und Füllen der Teigtaschen mitzuwirken. Beim Verzehr waren dann alle Gäste restlos begeistert. Das Rezept lag für jeden bereit. Auch die Süßspeise ChakChak fand großen Anklang.

Selten konnten die Kulturkreisler ihre Gäste so glücklich und zufrieden auf den Heimweg entlassen.

Für den SüdWestWind und die Kulturkreisler
Ursula Schlößer